Unerwünschte Adware entfernen

Browser Security ist eines dieser ungeliebten Programme, die sich beim Installieren von Freeware aus dem Netz gern mal mit entpacken. Ein einfaches Deinstallieren reicht nicht aus, um die Adware wieder loszuwerden. Wie man sie von einem Windows-Rechner löschen kann, ohne ein weiteres Programm herunterladen zu müssen, habe ich gestern gelernt und ich gebe diese Info hier gern weiter.

Einmal nicht aufgepasst – schon Adware installiert

Einmal nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Gestern lud ich im Rahmen eines umfangreichen Text-Auftrages eine Küchenplaner-Software herunter und damit auch gleich eine sogenannte Adware namens Browser Security. Normalerweise passe ich beim Herunterladen und Installieren höllisch auf und erlaube keiner Anwendung, die mir als kostenlose Beigabe angeboten wird, sich auf meinem Rechner auszubreiten. In diesem Fall war das Programm aber so gut getarnt, dass es mir durchgerutscht ist. Und das, obwohl ich extra einen der großen Anbieter von kostenloser Software aufgesucht hatte, bei dem ich ganz sicher zu sein glaubte, dass er mir nicht ungefragt Müll auf dem Rechner hinterlässt.

Wenn Gelb durch Rosa ersetzt wird, läuft was schief

Es hat eine Weile gedauert, bis ich bemerkte, was ich mir da runtergeladen hatte. Zunächst wunderte ich mich, dass die AdWords-Anzeigen von Google nicht mehr mit dem gelben Label „Anzeige“ erschienen. Stattdessen poppte bei Suchanfragen eine lange Liste mit rosa eingefärbtem Hintergrund auf – ich musste ziemlich weit nach unten scrollen, bis ich endlich unbezahlte Suchergebnisse fand. Denn das sind normalerweise die einzigen, die mich interessieren.

Mein Ärger richtete sich entsprechend erst einmal gegen den Suchmaschinenbetreiber. Ich nahm an, Google selbst würde jetzt so lange Listen von gesponserten Links vorwegschalten. Aber irgendwas war merkwürdig. Dann fiel mir auf, dass bei jeder Anzeige ein Hinweis auf Browser Security beziehungsweise Browser Utility erschien. Eine Suchanfrage ergab schnell, worum es sich dabei handelt.

Browser Security ist eine Adware – also eine Software, die Werbung anzeigt. Darüber hinaus höhlt das Programm Sicherheitseinstellungen des Browsers aus und gibt Informationen über den Nutzer weiter. Installiert hatte ich es mit einer Freeware. Und nun wollte ich es schleunigst wieder loswerden.

Erste Versuche, die Adware loszuwerden

Da ich die Freeware über einen bekannten und als seriös geltenden Anbieter heruntergeladen hatte, ging ich zunächst davon aus, dass ich Browser Security einfach nur deinstallieren müsste. Dem war natürlich nicht so. Zwar konnte ich das Programm über die Systemsteuerung deinstallieren. Beim nächsten Öffnen des Browsers meldete es sich aber wieder zurück. Spätestens jetzt war klar, dass es sich nicht um eine harmlose Software handelte. Also suchte ich zunächst im Web nach Lösungen.

Vorgeschlagen wurde beispielsweise im Browser – ich benutze Firefox – alle Add-ons anzeigen zu lassen und Browser Security dann zu entfernen. Die Adware tauchte in der Liste nicht auf. Sicherheitshalber setzte ich aber die Browsereinstellungen zurück. Was wenig nutzte. Bei der nächsten Google-Suche erschien dieselbe endlose Liste in Rosa vorweg.

Ein anderer Vorschlag bestand darin, einen Malware-Cleaner zu installieren, das schädliche oder unerwünschte Programme findet. Diese Möglichkeit schloss ich zunächst aus.

5 Schritte um Adware wie Browser Security zu entfernen

Und es war dann (toitoitoi) auch nicht notwendig. Die Adware Browser Security von einem Windows-Rechner entfernen, das geht auch auf diesem Weg:

  1. Zunächst habe ich Browser Security auf normale Weise deinstalliert (Systemsteuerung –> Programme –> Programme und Funktionen –> Programm deinstallieren.)
  2. Anschließend habe ich die Add-ons überprüft. (Firefox öffnen, dann das Menü rechts oben anklicken, installierte Add-ons anzeigen lassen). Browser Security war nicht dabei.
  3. Einem Ratschlag aus dem Netz folgend habe ich auch den Internet Explorer unter die Lupe genommen, obwohl ich den so gut wie nie benutze. Bei beiden Browsern lässt sich zudem überprüfen, ob der Pfad geändert wurde. Dazu geht man folgenden Weg: Browser-Symbol auf dem Desktop mit der rechten Maustaste anklicken. Browser-Namen mit der rechten Maustaste anklicken, „Eigenschaften“ wählen und unter „Ziel“ überprüfen, ob das Ziel verändert wurde. Dies ist der Fall, wenn hinter „iexplorer.exe“ oder „firefox.exe“ noch weitere Angaben erscheinen. Die müssten dann ebenfalls gelöscht werden.
  4. Auch die Software, mit der ich die nervige Adware heruntergeladen hatte, habe ich deinstalliert. Ergebnis: null und nichtig. Alles umsonst, Browser Security installierte sich fröhlich immer wieder von Neuem.
  5. Dann endlich kam mir die rettende Idee: Ich startete den Task-Manager (strg + alt + entf) und schaute mir an, welche Prozesse im Hintergrund mitliefen. Dort war auch Browser Security gelistet. Mit einem Rechtsklick ließ ich mir den Dateipfad anzeigen und gelangte so zum Dateiordner. Bis auf die Anwendung selbst konnte ich alle Dateikomponenten löschen. Die Anwendung dagegen nicht, weil sie ja geöffnet war und mitlief. Also musste ich den Prozess zunächst beenden, anschließend ließ sich auch die Anwendung flugs verabschieden.

In der Systemsteuerung fand ich dann am nächsten Tag noch ein Symbol, das an die unerwünschte Adware erinnerte. Zunächst befürchtete ich, sie hätte sich wieder installiert, es handelte sich aber nur um einen Verweis, den ich sofort entfernen konnte. Seitdem sehe ich wieder das gelbe Google-Anzeigen-Label und war noch nie so erfreut darüber wie heute.

 

Update am 27.04.2016: Aktuell wird der Text der Google AdWords-Anzeigen in einigen Browsern in Grün angezeigt – es handelt sich um einen Test von Google selbst, ist also kein Grund zur Panik. :)

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