Liebe Gegner der Homöopathie,

wie ich hörte, versammelt ihr euch heute, an Hahnemanns Geburtstag, mal wieder, um euch öffentlich zu belustigen. Ihr wollt Globuli schlucken, um zu demonstrieren, dass diese wirkungslos sind.

Niedlich und sicher sehr spaßig.

Nun habe ich noch auf keinem Beipackzettel eines homöopathischen Präparates gelesen, dass dieses einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder sonstige schwerwiegende Nebenwirkungen provozieren könne. Auf denen anderer Medikamente schon. Mir ist also nicht ganz klar, was ihr eigentlich beweisen wollt, außer: Homöopathische Präparate haben keine bösartigen Nebenwirkungen.

Ist alles, was mich nicht tötet oder krankmacht, wirkungslos?

Wenn ich Durst habe, trinke ich ein Glas Wasser. Das hat – sofern es nicht gerade mit Hormonen und Medikamentenresten verseucht ist – keine Nebenwirkungen. Es löscht meinen Durst. Schon, wenn ich das Wasser durch ein Glas Saft ersetze, stellen sich weitere Wirkungen ein. Wenn ich nun meinen Durst regelmäßig mit alkoholischen Getränken lösche, wird’s böse. Tut meinem Körper nicht gut und führt in eine schlimme Abhängigkeit.

Ist Wasser wirkungslos, weil es mich nicht tötet? Wird mein Durst besser gelöscht, wenn ich meinen Körper regelmäßig mit Alkoholika schinde? Wohl kaum.

Was ihr beweisen wollt, ist doch eigentlich, dass die homöopathischen Mittel nicht gegen Krankheiten helfen. Das ist mit einer solchen Aktion jedoch nicht möglich. Darum empfehle ich: Schlag doch mal den umgekehrten Weg ein. Nehmt doch mal öffentlich einen leckeren Cocktail aus verschiedenen Medikamenten, die von euren Ärzten gern verschrieben werden, ein. Beweist doch mal, wie ungefährlich und heilsam die sind. Na, wer traut sich?

 

Verantwortungsloser Aufruf zum unkritischen Medikamentenkonsum

Rund 2 Millionen Deutsche sind medikamentenabhängig. Sie schlucken Pillen, wie andere Alkohol trinken oder sich eine Heroinspritze setzen. Es handelt sich um eine der schlimmsten Suchterkrankungen. Dagegen ist es vergleichsweise einfach, die Buddel stehen zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist es mehr als verantwortungslos, Menschen zu empfehlen, sie sollten lieber auf die Suchtmittelchen der Pharmaindustrie zurückgreifen als auf die der homöopathischen Industrie.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich spreche hier keine Empfehlungen aus. Ich halte auch nichts davon, bei jeder kleinen Erkrankung sofort ein pflanzliches oder homöopathisches Präparat einzuwerfen. Wenn ich aber die Wahl habe, die Erkrankung meines Kindes mit viel Liebe, Geduld und ein paar Globuli zu heilen oder aber für ein rasches Verschwinden der Symptome durch die Gabe von Antibiotika zu sorgen, wofür entscheide ich mich dann wohl?

Trinkt lieber Alkohol statt Wasser!

Mit eurer Aktion, zu der ich euch viel Spaß wünsche, liebe Gegner der Homöopathie, werdet ihr niemanden überzeugen. Nicht die Menschen, die Globuli nehmen, um zu gesunden. Nicht die Ärzte, die sie verschreiben. Ihr tragt nur einmal mehr dazu bei, dass Unentschlossene ihren Durst auch beim geringsten Zipperlein lieber mit Whisky als mit Wasser löschen. Na dann: Prost!

Ein Gedanke zu “Liebe Gegner der Homöopathie,

  1. Liebes Lektorat in Bremen,

    ¡chapó!

    Besser hätte ich es selbst nicht formulieren können. Der Mensch ist nunmal irrational in seinen Handlungen. Auch ich bin ein Skeptiker. Das liegt jedoch weniger an der möglichlichen heilenden Qualität der Globulin, als eher an der Tatsache, das die Wirkung eben nicht 100% wissenschaftlich erklärbar bzw. belegbar ist. Nur – viele Dinge der Natur, die mittlerweile 100% wissenschaftlich erklärbar und in der Wirkung belegbar sind – sind dies erst seit wenigen Jahrhunderten oder Jahrzehnten. Eine Sache also nicht erklären oder belegen zu können ist somit, aus der Historie heraus bewiesen, kein Indiz für Humbug oder um Leut´ zu veräppeln. Die Wissenschaftler selbst sollten also nicht immer so rümtrötten, dieses oder jenes hat keine Wirkung, wenn selbst wissenschaftliche Aussagen häufig genug wirkungslos wurden, weil sie von jemanden, wiederum wissenschaftlich belegt, widerlegt wurden.

    Und aus der Quantenphysik wissen wir – alles ist möglich. So wie der extreme Kettenraucher oder der extrem Übergewichtige, der nicht durchschnittlich früh, seiner ungesunden Lebensweise geschuldet, aus dem Leben scheidet. Siehe Ex-Kanzler Helmut Schmidt (Kettenraucher, aktuell 95 Jahre alt) und Ex-Kanzler Helmut Kohl, aktuell 83 Jahre alt). Vielleicht ist der gemeinsame Vorname eher der mögliche Hauptgrund für ein langes Leben. Wer weiß, wer weiß. ;)

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