„An sonsten“: Wer mit einer Landtagswahl in Bayern Geld verdienen will, sollte investieren. In einen guten Texter oder in ein Lektorat!

Unter den derzeit beliebtesten Fehlern scheint subjektiven Beobachtungen zufolge „nicht representativ“ die Liste sehr weit oben anzuführen. Nun weiß jeder, der mich kennt, dass ich mich außerhalb meiner Arbeitszeiten nicht dafür interessiere, ob und wann Leute Rechtschreibsünden begehen. Ich frage mich lieber, woher der Fehler rührt, ob er vielleicht sogar eine „relative Berechtigung“ hat. Und schließlich: Jedem von uns unterlaufen Fehler, dem einen mehr, der anderen weniger. Manche führen zu lustigen Wortspielen, einzelne treiben einem die Tränen in die Augen. Aber zuweilen reicht es mir dann auch, weil ich erkennen muss: Da war mal wieder jemand zu geizig, dem Texter ein paar Euronen mehr zu zahlen. Da wurde so schluderig gearbeitet, dass es für jeden Texter und Korrektor eine Qual ist, hinzuschauen. Und dann muss ich einfach mal Dampf ablassen. So wie jetzt.

Landtagswahl in Bayern nicht „representativ“?

Heutiges Fundstück im Postfach: Eine Website, die dazu einlädt, an einer Sonntagsfrage teilzunehmen. Welche der sechs stärksten Parteien wird die Wahl in Bayern gewinnen? Schon der dritte Satz schmerzt, denn es heißt dort, jeder „wahlberichtige“ dürfe „pro Abstimmungszeitraum einmal an der virtuellen Wahl (Sonntagsfrage) von Landtagswahl-Bayern.de teilnehmen“.  „Wahlberichtige“? Sind das Berichterstatter oder Wahlberichtigte? Zuzutrauen wäre es ihnen vielleicht, den Bajuwaren. Schicken die nicht ihre Wähler, sondern ihre Wahlberichtigten in den Wahlkampf. Aber oje, was bedeutet es dann, dass die Abstimmungszeiträume eine Laufzeit von einem „Montat“ haben? Dass die Umfrage nicht „representativ“ sei? Dass es „theroetische“ Manipulationsmöglichkeiten gebe? Der Aufruf zum „voten“ mündet in die Aussage: „Nur wer seine Stimme abgibt kann die Zukunft mitbestimmen! Eine Zukunft ohne Kommasetzung wäre bestimmt was Feines!

Anzeigen „gekennnzeichnet“

Die Seite „Landtagswahl-Bayern.com“ ist – darauf deutet schon das Kürzel – eine kommerzielle Seite. Man will Geld verdienen, Parteien und Kandidaten können gegen Gebühr auf die eigene Homepage verlinken, Anzeigen dürfen natürlich auch geschaltet werden. Was für die Kandidaten den Vorteil haben soll, mit wenig „finazielllen“ Aufwand für sich zu werben. Fairerweise sind die Anzeigen „gekennnzeichnet“. Ich bin “gespant, ob’s wer nutzt und ob es ihm dann wirklich etwas nützt!

 

Zur Seite geht es hier: http://www.landtagswahl-bayern.com/virtuelle-wahl/index.php

Sollte zwischenzeitlich eine Korrektur erfolgt sein, bitte ich um eine kurze Benachrichtigung. Ansonsten (!) übernehme ich gern: www.lektoratinbremen.de

 

Ein Gedanke zu “„An sonsten“: Wer mit einer Landtagswahl in Bayern Geld verdienen will, sollte investieren. In einen guten Texter oder in ein Lektorat!

  1. Schauderhaft. Aber ich glaube, hier geht es gar nicht um Geiz. Das ist pure Ignoranz. Manchen Menschen und ihren Chefs ist Rechtschreibung wohl einfach egal. Unternehmen lassen ihre Leute in öffentlichen Sprachräumen rumwursteln und betreiben keinerlei Qualitätskontrolle. Der Mitarbeiter kann zwar nicht schreiben, was er will, wohl aber, wie er will. Und kein Schwein im Unternehmen kümmerts. Sehr bedauerlich, finde ich.

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