Zählmarken der VG Wort für Texte im Internet

Plug-in erleichtert die Eingabe und Erfassung

Bin schon wieder begeistert. Und wie! Nachdem ich es überall hatte jauchzen hören – Auszahlung von der VG Wort für Texte im Internet steht an –, dachte ich mir, ich könnte doch auch mal versuchen, die Anleitung zum Einbauen der Zählmarken zu verstehen. Schließlich ist es schon lange her, dass ich etwas zu Papier gebracht habe, das meiste landet nun im Netz. Tja, wer die hauseigene Anleitung der VG Wort kennt, versteht vielleicht mein Leiden …

Statt eines Mitjauchzens erfolgte ein tiefer Seufzer … muss ich da jetzt auch wieder ran? Würde es mir gelingen, auf meiner Baukastenwebseite und im zugehörigen Blog irgendwas zu finden, was nach einem Quelltext aussieht, in den ich den HTML-Code Marke für Marke einfügen könnte? Ehrlich gesagt, ich verstehe noch nicht mal meinen Toaster. Die technische Seite des Internets und Programmiersprech tragen für mich ganz eindeutig ein blaues rotes Lichtschwert. Gehören auf die dunkle Seite der Macht. Aber mir und allen, denen es ähnlich geht, kann geholfen werden.

Eine kurze Suche führte mich auf die Seite von „Oiger“, dort fand ich den entscheidenden Hinweis: Seit Februar 2013 gibt es ein Plug-in, das sich einfach in Word Press installieren lässt. Und was soll ich sagen: Es funktioniert.

 

Installation und Anzeige

Die Installation ist denkbar einfach. Einloggen in den Admin-Bereich, nach Plug-in suchen, hereinladen, installieren, aktivieren. Fertig. Anschließend wird in der Artikelliste neben jedem Beitrag angezeigt:

-  wie viele Anschläge er umfasst (wichtig, da Prosatexte erst ab 1800 Zeichen berücksichtigt werden) und

-  ob bereits eine Zählmarke dafür eingefügt wurde.

Unterhalb der Eingabemaske für den jeweiligen Artikel erscheint nun ein Eingabefeld „VG Wort“. Dort lässt sich der Code für die Zählmarke direkt einfügen. Noch ein Klick auf „speichern“ und das, was zuvor kompliziert erschien, ist in wenigen Sekunden erledigt. Was das Programm nicht kann: Prosatexte von Gedichten unterscheiden (für Gedichte, die berücksichtigt werden sollen, ist keine Mindestzeichenzahl vorgeschrieben). Das macht aber nichts, denn auch wenn der Zähler anzeigt, dass die Mindestzeichenzahl nicht erreicht wurde, lässt sich ein Code einfügen.

Bestellt werden die Zählmarken online über die VG Wort. Der Nutzer hat die Wahl zwischen einer PDF- und einer CSV-Datei. Ich habe mir eine PDF-Datei heruntergeladen. Mithilfe des über Chip.de heruntergeladenen PDF-XChange Viewers kopiere ich den Code der jeweiligen Marke aus der Datei und füge ihn direkt ein. Um den Überblick zu behalten, welche Marke in welchem Beitrag steckt, habe ich mir zusätzlich eine einfache dreispaltige Tabelle angelegt. Ein dickes Danke an die Erfinder dieses Plug-ins!

 

 

Wird meine Mudda Chef?

“Meine Mudda wird Chef“, leuchtet es mir heute in weißen Lettern von einem Plakat entgegen. Ich bleibe einen Moment stehen, um es genauer zu betrachten.

Ich gebe zu, das Wahlplakat der Grünen bringt mich im ersten Moment zum Lachen. Ein fröhlicher Dreikäsehoch freut sich über die Zukunftschancen seiner Mutter und damit über seine eigenen. Die Botschaft ist klar, es sollen auch die sozial schlechter Gestellten in diesem Land eine Chance haben. Das Bild ist emotionalisierend, die Verbindung zu den bekannten Deine-Mudda-Witzen verkehrt deren Pointe ins Gegenteil. Die Mutter ist nicht die verachtenswerte Asoziale, über die man herrlich battlen kann, sondern eine gut gebildete, sauber gekleidete, vermutlich wunderbar duftende junge Frau, die Familie und Beruf meisterhaft unter einen Hut bekommt. So die Vision. Weiterlesen

6 Textertipps, die ich nicht mehr hören kann – nebst einer Anrufung des Lesers

So lernen Sie besser schreiben. Oder: 10 Tipps, die Ihre Texte verbessern. Oder irgendwas mit einer Zahl, Tipps und besser, einfacher, werbewirksamer. Es kommt der Moment, da verstehst du: Du musst diesem Link im Newsletter nicht folgen. Du weißt eh, was drinsteht. Wolf Schneiders Lebenswerk als Zehnpunkteprogramm. Der kleine Katechismus des Schreibens, der dazu führt, dass alles irgendwie gleich klingt. Verständlich. Kurz. Kein Passiv, kein man. Bildchen rein, Grafiken rein, Füllwörter raus. Alles richtig, aber … Schreiben ist doch kein Textetöpfern nach Anweisung. Schreiben ist auch nicht die Kunst, Wortketten von gleichförmiger Länge zu basteln. Im Schreiben bilden wir Klänge ab. Die bestenfalls auch noch was bedeuten. Texte, wie ich sie schätze, haben eine Stimme, einen Tonfall. Der – noch einmal bestenfalls – perfekt zu den Inhalten passt. Den der Leser – der aufmerksame Leser – innerlich hört. Und verändert, indem er ihm seine Stimme, seine Lesart beifügt.

Schreibtipps für Leser

Und damit sind wir bei dir, geneigter Leser. Weiterlesen

Offener Brief an meine geheimen Mitleser – in der NSA und andernorts

Randnotiz zum symbolic fallout einer Debatte*

«Niemand ist berechtigt, sich mir gegenüber so zu verhalten, als kennte er mich.»

Robert Walser

 

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Liebe NSA,

wie du sicher weißt, bin ich gerade aus dem Urlaub zurück, daher hast du eine Weile wenig von mir gehört. Bevor wir nach Dänemark aufbrachen, war ich noch in großer Sorge über all das, was ich von dir erfahren musste, obwohl ich und viele andere sich das ja längst hätten denken können. Doch Westjütland ist immer noch ein sagenumwobenes Plätzchen – und damit meine ich sicher nicht die Bunkerüberreste –, ein Landstrich, in dem ich mich in meine Kindheit zurückversetzt fühle, in eine Zeit, in der meine Mutter sagte: „Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand‘“ – wenn wir Kinder versuchten, mithilfe einer Tasse die elterlichen Gespräche abzuhören. Weiterlesen